IN PROGRESS

Wem gehört die Stadt?
Kunst ist ein Begriff, der jegliche Definitionen sprengt. Kunst ist, was gefällt, aber Kunst ist auch eine Herausforderung ein erhobener Mittelfinger in Richtung der Gesellschaft und des einfach nur Schönen. Diese Kunst ist ehrlich, denn sie muss Niemandem Rechenschaft ablegen  l‘art pour l‘art.

Die Nachtluft ist kalt, doch das Zittern ist das der Anspannung. Wir gehen durch die Straßen, gebadet in diesem
Gefühl des Angeknipst-seins – jeder Nerv zittert, die Hände kribbeln, der Atem geht stoßweise. Angst,
Adrenalin, Anspannung – und inmitten dessen eine unbändige Freude. Am Tag sind wir Teil des großen
Ganzen – erfolgreich, prekär, angepasst, wild – ganz verschieden und doch alltäglich. Jetzt aber sind wir
Andere. Wir sind hier und wir holen uns die Stadt zurück. Die Straßen sind verlassen. Wir gehen im Abseits.
Warum wir das tun? Weil wir nicht anders können. Wir müssen malen.


Wer malt – Graffiti sprüht – wagt etwas ohne Lohn dafür zu erwarten. Malen ist ein innerer Drang der
eigenen Umwelt seinen Stempel aufzudrücken, einen Eindruck zu hinterlassen. Damit verdient man kein
Geld, kaum Ehre und riskiert doch die eigene Existenz – manchmal sogar sein Leben und das jede Nacht aufs
Neue.


Wir sind Gestrandete, ein kleine Ansammlung von Individuen, die auf einer winzigen Insel fern der Zivilisation
angespült wurden – von den Basswogen aus Hip-Hop und Linienströmen aus Kunstkursen getragen, angefixt
durch Freunde und Filme. Doch der Ursprung ist egal – was zählt, ist, dass wir immer wieder kommen.
Was zählt ist das Malen.


Wer entscheidet, was wir sehen? Wollen wir sehen, was wir sehen? Werbebanner mit immer gleichen Produktgesichtern rauschen täglich an uns vorbei wie die Züge, denen wir in der Nacht folgen – uns an sie heranpirschend wie an eine scheue Beute.


Reden wir darüber: Wem gehört der öffentliche Raum? Wem gehört die Stadt. Wo ist Kunst erwünscht? Wir
wollen Kunst, die einbricht in den Raum – die sich selbst Raum schafft. Vielleicht braucht es ein neues Kunstverständnis?
Eine Kunsttoleranz? Wo verläuft die Grenze?


Lasst es uns herausfinden!

 © 2019 by Gino Dambrowski

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